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Volleyball Wolfgang Bäker und Ludger Ostermann Mit der Turnhalle wurde 1976 die Möglichkeit geschaffen, neben dem Fußballsport weitere Sportarten im SV Cappeln anzubieten. Den entstehenden Neuabteilungen fiel es anfangs nicht leicht, sich gegen den etablierten Fußballsport durchzusetzen. Mit der gesellschaftlichen Aufwertung dieser Sportarten konnte man sich im Sportverein der Gründung neuer Abteilungen aber nicht verschießen. Neben den Schwierigkeiten des Anfangs stand in der Gründungszeit der Reiz des Neuen: Wer in Cappeln bei dem Wort "Ouzo" nur noch an griechischen Schnaps dachte, musste sich Ende der 70er Jahre eines Besseren belehren lassen. Und auch mit "Cappeln Eiskalt" und "Dynamo Dröhnung" tauchten Namen im Cappelner Sportgeschehen auf, die neue Zeiten ankündigten. Die Volleyballabteilung des SV Cappeln besteht seit April 1984. Es fanden aber schon Mitte der 70er Jahre einzelne Bestrebungen statt, Volleyball zu spielen. Unter Leitung von Manfred Plog spielten 14 -16jährige Mädchen noch in der Pausenhalle Volleyball. Es war das erste Mal, dass der Sportverein bzw. die Gemeinde Mädchen die Möglichkeit gab, organisiert Sport zu treiben. Nach ca. zwei Jahren erhielt man schließlich in der neuen Halle eine Übungszeit. Hier versuchte Angelo Kostaras mit der Hobbymädchengruppe "Ouzo" erstmalig leistungsmäßig Volleyball zu spielen. Nach einem Jahr Training scheiterte aber der Versuch, eine Volleyballabteilung zu gründen, aus finanziellen und organisatorischen Gründen. Parallel zur Hobbygruppe der Mädchen traf sich auch eine Jungengruppe unter Ewald Vaske mit dem Namen "Cappeln Eiskalt" zum Volleyball in der neuen Halle. "Ouzo" zerbrach, aus ihr entstand die Mixedgruppe "Dynamo Dröhnung". Auch "Cappeln Eiskalt" nahm Mädchen auf. Beide Mannschaften spielten mit einer solchen Begeisterung, dass man auch an Hobbyturnieren teilnahm und das sogar recht erfolgreich. Es regte sich daher besonders in den Reihen der Gruppe "Cappeln Eiskalt" der Wunsch, an Punktspielen teilzunehmen. Heinrich Kahl, Achim Lünsmann und Ludger Ostermann ergriffen die Initiative und nahmen nach Rücksprache mit "Dynamo Dröhnung" Anfang 1984 den Aufbau einer Volleyballabteilung in Angriff. Die drei Personen setzten sich mit dem Vorstand des SV Cappeln zusammen, um die organisatorischen Voraussetzungen zu beraten. Vom Sportverein wurde die Finanzierung von Bällen, Netzen, Spielerpässen usw. zugesichert. Die gesamten Formalitäten (Mannschaftsmeldungen, das Beantragen von Spielerpässen, Aufnahme in den Niedersächsischen Volleyballverband - NVV) erforderten einen erheblichen Zeittaufwand und wurden von der Abteilung in eigener Regie durchgeführt. Fahrlehrer Julius Grave konnte als erster Sponsor des Cappelner Volleyballs für 2 Trikotsätze gewonnen werden. Nachdem die Voraussetzungen geschaffen waren, starteten 1984/85 die Volleyballerinnen in der Kreisliga und die Volleyballer in der Kreisklasse in ihre erste Saison. Die von Achim Lünsmann trainierten Mannschaften vermeldeten gleich Erfolge: Die Frauen schafften den 2. Platz, unterlagen aber bei den Aufstiegsspielen in die Bezirksklasse. Die Männer stiegen als Meister in die Kreisliga auf. Erfolg hatten die Mannschaften auch bei dem 1985 erstmalig ausgerichteten Cappelner Pokalturnier, das mittlerweile zu einer festen Institution angewachsenen ist und alljährlich stattfindet. Gegen renommierte Clubs aus dem Kreis belegten 1985 sowohl die Frauen als auch die Männer den 1. Platz. Über Pfingsten nahmen dann ca. 30 Cappelner Volleyballer(innen) am größten Hallenturnier Deutschlands in De1menhorst teil. Am 22.3.1985 fand die erste Mitgliederversammlung der Abteilung statt. Ludger Ostermann wurde auf der Versammlung zum Abteilungsleiter, Wolfgang Bäker zum Schriftführer und Heinrich Kahl zum Kassenwart gewählt.l985/86 gewann die Damenmannschaft den Kreispokal. Die Männer mussten sich im Halbfinale gegen den späteren Kreispokalsieger Löningen geschlagen geben, allerdings gewannen sie 1987 und 1988 den Kreispokal. 1986 stieg die Frauenmannschaft als Dritte in die Kreisoberliga auf, 1988 in die Bezirksklasse und 1990 in die Bezirksliga. 1993 ging es dann wieder abwärts, 1996 bis in die Kreisliga. Im Jubiläumsjahr gewann sie aber nicht nur den Kreispokal, sondern ihr gelang auch die Meisterschaft und der Wiederaufstieg in die Bezirksklasse. Die Herren durchlaufen ebenfalls seit Gründung der Abteilung Höhen und Tiefen: 1986 reichte ein 4. Platz, um in die neu gegründete Kreisoberliga aufzusteigen. Die Mannschaft rückte aufgrund einer Neueinteilung 1987/88 m die Bezirksklasse auf, stieg im gleichen Jahr ab, um nach einer abwechslungsreichen und spannenden Saison 1989 wieder aufzusteigen. 1995 erfolgte der Abstieg in die Kreisliga, 1996 allerdings der sofortige Wiederraufstieg und 1997 gar der Aufstieg in die Bezirksliga. In der Saison 1986/87 war der Andrang insbesondere bei den jüngeren Mädchen so groß, dass eine 2. Damenmannschaft gegründet wurde, die dann am Punktspielbetrieb teilnahm. Die nun schon auf 50 Mitglieder angewachsene Abteilung hatte 1987 ein Durchschnittsalter von 18 Jahren. Der interne Vorstand wurde mit Renate Meyer als 2. Vorsitzende und Anne Dwertmann als Jugendsprecherin auf 5 Personen erweitert. Am 23. April 1987 wurden erstmals Kinder zwischen 10 und 14 Jahren in der Cappelner Turnhalle zum "Kindervolleyball" eingeladen. Die Resonanz war so groß, dass für die darauffolgende Saison eine weitere Damenmannschaft angemeldet wurde. Die 3. Damenmannschaft spielte 1987/88 in der Kreisklasse und gewann sogar überraschend die ersten beiden Auswärtsspiele. Die Nachfrage von weiteren jungen Mädchen veranlasste die Abteilung 1989 zur Meldung einer weiteren Mannschaft für die Jugendliga. In die Saison 1990/91 startete die Abteilung erstmalig mit zwei Jugendmannschaften. Die Saison 1992/93 war die wohl bislang organisatorisch schwierigste, da auf Grund des Hallenbrandes Spieltermine verlegt bzw. abgegeben werden mussten. Die Heimspiele wurden in Sevelten ausgetragen, trainiert wurde zeitweise in Sevelten und in der Pausenhalle der Grundschule. Mit der Errichtung der neuen und größeren Turnhalle konnte der Volleyballsport intensiviert werden, da eine größere Anzahl insbesondere von Jugendlichen nun bessere Gelegenheit besaßen, Volleyball zu spielen. Die Popularität des Volleyballspiels stieg dadurch. Das machte sich ebenfalls beim alljährlichen Volleyballturnier zum Saisonabschluss in der Zunahme der teilnehmenden und z.T. von weither angereisten Teams bemerkbar. Turnier wie anschließende Fete wurden dann auch zum großen Erfolg. Ein weiteres Turnier wurde 1993 von der Volleyballabteilung organisiert. Man lud Vereine und einzelne Gruppen in der Gemeinde Cappeln zu einem Hobbyvolleyballturnier ein. Am Pfingstsamstag erschienen 15 Teams, wobei neben bekannten Mannschaften wie "Handicap", "Adihasch", "Weiß ich doch nicht" usw. neue Mannschaften den Turnhallenboden betraten und mit Namen wie "Einmal Gewinnen", "Super 6-er Pack" oder "Conceplan-M" glänzten. Nach einem erfolgreichen Turnierablauf wurden die Herren der 1. Fußballmannschaft mit dem Wunsch "Einmal Gewinnen" Sieger dieses Turniers. Für Furore sorgten 1993 auch die "ausgedienten" Volleyballer bei den alljährlich in Cloppenburg stattfindenden Stadtmeisterschaften. Mit "Cappeln Eiskalt" wurde das zweite Mal die Stadtmeisterschaft, an der immerhin fast 50 Mannschaften teilgenommen hatten, nach Cappeln geholt (der erste Sieg lag vor 1984 und damit vor der Gründung der Volleyballabteilung) . Für das Cappelner Volleyballturnier - den "Bahnhofscup" - konnten zum 100jährigen Jubiläum 1994 neben einer neuhinzukommenden Mannschaft aus Berlin wieder Teams aus dem Kreis Cloppenburg und aus dem Raum um Hannover und Wilhelmshaven gewonnen werden. Durch verschiedene Turniere, Traineraus- und -fortbildungen, Urlaubs- und Arbeitsbekanntschaften haben die Cappelner Volleyballer weit über Niedersachsens Grenzen hinaus Freundschaften entwickelt, die durch das gemeinsame Hobby entstanden sind und dadurch gefestigt wurden. Erstmalig spielte man in diesem Jahr an zwei Tagen. Am Sonntag wurde ein Turnier ausgetragen, an dem 12 Mixed-Teams teilnahmen. Auch das Turnier der Freizeitmannschaften wurde im Mai 1994 wieder zu einem vollen Erfolg. Im gleichen Jahr erwarben Annette Hackmann, Sandra Schütt, Ruth und Wolf gang Bäker die Volleyballtrainerlizenz und Ludger Ostermann den B-Trainerschein. 1994/95 gingen gleich 8 Mannschaften an den Start und spielten um Punkte. Drei Damen-, drei Jugend- und zwei Herrenmannschaften konnten gemeldet werden. Erstmalig wurden 1994 auf Herrenebene zwei Mannschaften zum Spielbetrieb angemeldet. Die "Zweite Herrenmannschaft" begann dieses Unterfangen zwar sehr begeistert, konnte aber leider keinen Sieg landen lind löste sich am Ende der Saison wieder auf. 1995/96 nahm dann die Volleyballabteilung wieder mit drei Jugendmannschaften, 3 Damenmannschaften, aber nur einer Herrenmannschaft am Punktspielbetrieb teil, zusätzlich wurde eine neue Jugendmannschaft gegründet. Mit der Fertigstellung eines festen BeachvoIleybaIlfeldes im Rahmen der Neugestaltung des Sportplatzes konnte das Volleyballangebot vergrößert werden. Nicht nur die Volleyballabteilung trainierte hier, auch andere Gruppen aus der gesamten Gemeinde Cappeln und darüber hinaus waren bei Wind und Wetter anzutreffen. Eine Erweiterung der Turnierserie mit einem Beach- Turnier dürfte nur eine Frage der Zeit sein. Mit insgesamt 4 Damenmannschaften, 3 Jugendmannschaften und einer Herrenmannschaft konnte 1996/97 wiederum eine Mannschaft mehr im Damenbereich angemeldet werden. Diesmal "reifte" die Jugendmannschaft von Anne Kuper zur 4. Damenmannschaft heran. Die in diesem Jahr durchgeführte Schiedsrichterprüfung brachte dem Verein neun neue lizenzierte Schiedsrichter. Damit verfugt die Abteilung über 16 aktive Schiedsrichter. Angemessen dem Jubiläumsjahr des Vereins stellten sich die benannten Erfolge mit Pokal sieg, Meisterschaft bzw. Aufstieg der 1. Damen- und Herrenmannschaft ein. Zudem gelang der 2. Damenmannschaft die Meisterschaft und somit der Aufstieg in die Kreisliga, die 3. stieg in die Kreisliga auf, die A- und E-Jugend wurden Vizemeister in ihrer Klasse, die B- und E-Jugend Meister. In der Aufgabenverteilung in der Abteilung hat sich ein gut eingespieltes Team entwickelt, ohne die im folgenden benannten "Volleyballverrückten" wäre ein geordneter Ablauf bei Punktspielen, Training und Turnieren nicht denkbar: Ruth Bäker: Vertreterin der Volleyballer im Jugendförderverein, zuständig für die Schiedsrichterausbildung im Verein und Assistentin bei Schiedsrichterprüfungen auf Kreisverbandsebene, Trainerin der 1. Jugend, aktive Spielerin der 1. Damenmannschaft und Co- Trainerin; Annette Hackmann: Kassenwart beim Jugendförderverein, aktive Spielerin der 1. Damen und Trainerin der 3. Damen; Anne Kuper: Trainerin der 4. Damen und aktive Spielerin der 1. Damen; Maria Dwertmann: Trainerin der 2. Jugend und aktive Spielerin der 2. Damenmannschaft; Renate Meyer: Trainerin der 3. Jugend; Wolf gang Bäker: Schriftführer des Jugendfördervereins und der Volleyballabteilung, Trainer der 2. Damen und Co-Trainer aller Mannschaften, wenn der Trainer verhindert ist, zudem Jugendwart des Kreisvolleyballverbandes Cloppenburg; Ludger Ostermann: Abteilungsleiter der Volleyballabteilung, verantwortlich für die Finanzen, Trainer der 1. Damen und Spielertrainer der 1. Herren, 2. Vorsitzender des Kreisvolleyballverbandes. Mit der steigenden Anzahl der Mitglieder ist aus einer Hobbymannschaft mittlerweile eine Institution im SV Cappeln gewachsen, eine Abteilung mit großer Beteiligung vor allem im Jugendbereich. Wie die engagierten Gründer, so ist die Abteilung selbst gleichsam erwachsen geworden. Zwar gibt es immer noch und mal wieder gerade auch durch den starken Zuwachs der Volleyballabteilung Probleme etwa mit den Hallenzeiten, aber weil der Gesamtverein heute nicht mehr so stark fußballorientiert ist, ist die Akzeptanz gegenüber den anderen Sportarten im Verein angestiegen. Mit der Einrichtung des erweiterten Vorstandes ist zudem seit 1992/93 eine Institution im Verein vorhanden, in deren Rahmen sich Probleme der bzw. zwischen den Abteilungen ansprechen, diskutieren und lösen lassen. Dafür, dass man dann in der Entwicklung des "Erwachsenwerdens" seine jugendlichen "Dynamo Dröhnungen" nicht aufgeben muss, ist die Volleyballabteilung ein treffliches Beispiel.
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